Brexit – Austritt aus der EU

Voraussichtlich am 12. April 2019 verlassen die Briten die Europäische Union.
Bis jetzt ist es unklar, ob es eine Übergangsphase geben wird, die die Briten bis zum 31.Dezember 2020 im Europäischen Binnenmarkt halten wird.
Sollte keine Einigung erzielt werden und man keine Anschlusslösung erreicht, würde der Handel zwischen UK (Vereinigtest Königreich)und der EU lediglich nach den WTO-Regeln erfolgen.
Dies bedeutet, dass im Warenverkehr zwischen der EU und UK künftig eine Zollabwicklung notwendig wird, da dann keine innergemeinschaftliche Lieferung mehr vorliegt.

Chronologie Brexit

23.06.2016: Bei einem Referendum  unter der Regierung von David Cameron wurde mit 51,89%
der Wählerstimmen für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union
abgestimmt. David Cameron gibt einen Tag später seinen Rücktritt bekannt.

29.03.2017: Die britische Regierung unter der Premier-Ministerium Theresa May erklärt
den Austritt des UK aus der EU. Damit verlässt erstmals ein Mitgliedstaat die EU.

Der Austrittsantrag nach Artikel 50 des EU-Vertrages wird eingereicht,
dieser regelt binnen zwei Jahren  den Austritt aus der EU.

15.01.2019: Das Unterhaus lehnt das Abkommen zwischen EU und UK ab.

12.03.2019: Das Unterhaus  macht erneut seinen Standpunkt klar
und lehnt das Abkommen erneut ab.

27.03.2019: Das Unterhaus stimmt über acht Alternativen zu Mays Brexit-Vertrag ab.
Keiner der Anträge findet die Zustimmung der Abgeordneten.

29.03.2019: Zum dritten Mal ist May krachend gescheitert.
Die Abgeordneten lehnen auch diese Austrittserklärung ab.

Damit steht das Vereinigte Königreich entweder vor einem langen Aufschub des EU-Austritts- oder vor einem chaotischen Brexit ohne Abkommen am 12.04.2019.


Auch wir – die Spedition Georg Graßl GmbH – bereiten uns auf den möglichen Fall eines „harten Brexit“ vor und möchten Ihnen nachfolgenden einige Informationen bereitstellen:

  • Im Fall eines harten Brexit am 12. April sind muss für den Export nach UK eine Ausfuhranmeldung für jede Sendung erstellt werden. Für den Import aus UK wird eine Eingangszollabfertigung
  • Wirtschaftsbeteiligte benötigen für die Abgabe von Zollanmeldung zwingend eine EORI-Nr. Bitte prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen bereits eine EOR-Nr. hat, falls nicht bitte beantragen Sie diese zeitnah. Gerne unterstützen wir Sie hierbei!
  • Irland: auch hier verkompliziert sich die Abwicklung. Bitte konkrete Sendungen im Einzelfall bei uns anfragen.
  • Zolltarif/Präferenzen: da die UK mit dem Austritt aus der EU nicht mehr Vertragspartei von Präferenzabkommen wäre, gelten diese Abkommen nicht mehr. Bitte prüfen Sie in diesem Zusammenhang Ihre Lieferantenerklärungen: LE von Lieferanten aus UK verlieren mit dem Brexitdatum die Gültigkeit.
  • Exportkontrolle: Nach einem EU-Austritt wird der genehmigungsfreie Export von Dual-Use Gütern nach UK nicht mehr möglich sein. (z.B. exportkontrollierte Werkzeugmaschinen, Chemikalien, Halbleiter, besonders leistungsfähige Computer, Sensoren, Laser etc.)
  • Nachweispflichten: grenzüberschreitende Lieferungen nach UK werden keine innergemeinschaftlichen Lieferungen mehr sein, sondern steuerfreie Ausfuhrlieferungen. Daher sind andere Belegnachweise z.B. der elektronische Ausgangsvermerk statt einer Gelangensbestätigung notwendig.
  • Transportkapazitäten: es ist mit erheblichen Engpässen beim Frachtraum sowie Wartezeiten an den Grenzen zu rechnen. Hinsichtlich Ankunftszeiten, Zustell-Laufzeiten etc. können leider keine Zusagen mehr gemacht werden
  • Administrative Hürden: Zollabfertigung, Verzollungskosten, Importzölle, LKW-Wartezeiten, Wegfall von Transportkapazitäten.

Wir können Ihnen hier leider nur einen kleinen Überblick über die möglichen Konsequenzen eines „harten Brexit“  geben. (Die Liste ist nicht abschließend und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Für weitere Fragen rund um das Thema Brexit stehen wir natürlich jederzeit  zur Verfügung.

Gerne beraten wir Sie auch bezüglich der  Erstellung von Ausfuhranmeldungen für Ihre Sendungen nach UK.

Sprechen Sie uns an!

Stand: 28.03.2019